Worauf es beim Kauf eines Lesesofas wirklich ankommt
Eine Stunde liegend zu lesen ist nicht dasselbe wie Fernsehen. Die Haltung verändert sich: Der Kopf fällt nach hinten, der Nacken beugt sich, und die Arme brauchen Unterstützung, um das Buch oder den E-Reader zu halten. Deshalb kann ein schönes Sofa beim Lesen unbequem sein, während ein scheinbar einfacher Sessel besser funktioniert. Vor dem Kauf sollten die häufigsten Fragen geklärt werden.
Häufige Fragen mit konkreten Antworten
Welche Sitztiefe brauche ich, um bequem zu lesen?
Um mit angelehntem Rücken zu lesen, ermöglicht eine Sitzfläche von 55 bis 65 cm, dass die Füße den Boden berühren und der Rücken gerade bleibt. Wenn Sie gerne zurückgelehnt oder mit angezogenen Beinen lesen, brauchen Sie 70 cm oder mehr Tiefe. Ein häufiger Fehler ist der Kauf einer sehr tiefen Sitzfläche zum Lesen im Sitzen: Der Rücken erreicht die Rückenlehne nicht, und Sie belasten unbemerkt die Lendenwirbelsäule.
Ist ein Relaxsofa oder ein festes Sofa mit Fußstütze besser?
Das Relaxsofa löst das Problem des längeren Lesens, weil es die Beine hochlegt und den Druck verteilt. Seine Schwachstelle ist der Mechanismus: Er benötigt freien Platz dahinter (je nach Modell zwischen 15 und 30 cm) und sammelt mit der Zeit Staub und Spiel an. Ein festes Sofa mit einem separaten Hocker oder einer Fußstütze ist flexibler und hängt nicht von Mechanismen ab, zwingt aber dazu, die Stütze jedes Mal neu zu positionieren. Wenn Sie täglich lesen, gewinnt das Relaxsofa; wenn Sie gelegentlich lesen, reicht das feste Sofa aus.
Welcher Bezug eignet sich, wenn ich mit einem Buch oder E-Reader lese?
Der Stoff sollte dem Körper ermöglichen zu atmen. Ein dicker Samt oder ein geschlossenes Kunstleder stauen Wärme, und nach einer halben Stunde schwitzt der Rücken. Chenilleartige Stoffe oder Baumwoll-Polyester-Mischungen sind atmungsaktiver und kleben nicht an der Haut. Allerdings: Je heller der Bezug, desto sichtbarer sind Schweißflecken oder Scheuerspuren des Buches auf der Armlehne.
Spielt die Armlehne beim Halten des Buches eine Rolle?
Ja, mehr als man denkt. Eine zu hohe Armlehne zwingt dazu, die Schultern hochzuziehen; eine zu niedrige lässt den Ellbogen in der Luft hängen, und das Gewicht des Buches lastet auf dem Handgelenk. Die bequeme Höhe liegt in der Regel auf Ellbogenhöhe, wenn Sie mit angelehntem Rücken sitzen. Bei Sofas mit geraden Linien und schmalen Armen wird das Halten eines großen Buches über längere Zeit anstrengend. In diesem Fall lösen ein Stützkissen auf der Armlehne oder ein verstellbarer Beistelltisch das Problem.
Hängt das Leselicht nur von der Lampe ab?
Nein. Die Position des Sofas zum Fenster ist wichtig: Wenn das Licht von vorne einfällt, ermüdet die Spiegelung auf der Seite die Augen; wenn es von hinter der Schulter kommt, ist es angenehmer. Eine Leselampe mit Gelenkarm, die 40–50 cm vom Buch entfernt und leicht über der Schulter positioniert ist, vermeidet Schatten. Nach gängigen Empfehlungen der Seh-Ergonomie sollte das Licht indirekt sein und nicht direkt in die Augen strahlen.
Ein Detail, das sich erst beim Gebrauch zeigt
Bei Federkernsofas mit wenig Füllung senkt sich der Sitzbereich leicht dort, wo das Gewicht am stärksten lastet. Beim Lesen bewirkt dieses Absinken, dass der Körper nach vorne rutscht und der Rücken den Halt an der Lehne verliert. Das ist ein Problem, das man im Laden in fünf Minuten nicht bemerkt, aber nach mehreren Wochen schon. Die praktische Lösung ist, die Kissen regelmäßig zu wenden und, wenn das Möbel es zulässt, eine Füllung aus hochdichtem Schaumstoff in Kombination mit Fasern zu wählen.
Was diese Art von Sofa nicht löst
Ein Lesesofa ersetzt keinen ergonomischen Stuhl, wenn Sie viele Stunden mit einem Fachbuch oder einem Laptop verbringen: Die halb zurückgelehnte Haltung erhält die Lendenkrümmung nicht dauerhaft. Es ist auch nicht die beste Option für Menschen mit Nackenproblemen ohne vorherige Abklärung. In diesen Fällen sollte man das Möbel im Laden mit einem Buch in der Hand ausprobieren und prüfen, wie der Nacken nach zehn Minuten in der gewohnten Position steht.